ADFC-Stellungnahme

Zum HAZ-Artikel vom 03. Januar 2021 „Wedemark – Autofahrerin bremst Radfahrer aus: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung“ nimmt der ADFC Region Hannover e.V. wie folgt Stellung:

Vorweg – wir kennen die Situation an der fraglichen Stelle nicht aus eigener Anschauung, und die HAZ hat zwischenzeitlich die ursprünglich unvollständigen Angaben zur Benutzungspflicht von Radwegen korrigiert.
Aber man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass Radfahrende nur dann auf dem Radweg fahren müssen, wenn er mit einem entsprechenden Verkehrszeichen (237, 240 oder 241) als benutzungspflichtig gekennzeichnet ist. Denn leider ist festzustellen, dass die Antwort auf die Frage „was ist ein Radweg“ offensichtlich nicht allgemein bekannt ist. Uns wird immer wieder von Fällen berichtet, in denen Radfahrende nicht nur durch Hupen und Gesten, sondern auch durch gefährlich dichtes Überholen und Schneiden auf einen vermeintlich vorhandenen Radweg verwiesen werden, der aber eben gar keiner ist. Solche Dinge sind selbst in Tempo 30-Zonen oder Fahrradstraßen vorgekommen, solange dort noch irgendwelche alten Pflasterungen oder Markierungen auf dem Gehweg erkennbar waren. Dass jegliche Kollision mit einem Auto für andere Verkehrsteilnehmende, die nicht über eine Knautschzone verfügen, lebensgefährlich sein kann, muss man nicht extra betonen.

Und Benutzungspflicht oder nicht – eine herzliche Bitte an alle Autofahrenden in solcher Situation: bevor Sie sich ärgern und hupen, fahren Sie doch dort selber mal mit dem Rad und testen Sie die Strecke aus. Vielleicht stellen Sie ja fest, dass es gute Gründe gibt, die Straße nutzen zu wollen? Denn ausreichend breite, gute ausgebaute Radwege ohne Wurzelaufbrüche, Löcher oder Holperpflaster brauchen keine Benutzungspflicht – die werden auch ohne Schilder von Radfahrenden gerne angenommen.

 

© ADFC Region Hannover 2021

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